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das war vielleicht ein tag! was ich mir jetzt am meisten wünsche ist ein wenig ruhe und abgeschiedenheit. ich bin in der innenstadt und was liegt näher, als die friedenskirche zu besuchen? nix. genau!

auf der wiese vor der statue liegen zwei junge frauen. sie unterhalten sich und einen moment lang bin ich drauf und dran, mein vorhaben zu verschieben. aber was solls? ich setze mich auf die steine und schaue mir jesus an. heute strahlt er wieder, wie ich ihn kenne. ich muss lächeln, als ich sein hals-chakra wirbeln sehe. das ist ne statue! leute, müsst ihr immer so übertreiben? ich schließe die augen und genau in dem moment fangen die beiden frauen an, zu singen. ich habe keine ahnung, was sie singen, aber es passt wie die berühmte faust aufs auge. einen momnt bin ich irritiert, dann kehrt innerlich ruhe ein und ich nehme die beiden gar nicht mehr richtig wahr. ich atme tief durch. danke. danke für die ruhe nach diesem tag.

ein strahlendweißer engel reicht mir die hand und ich höre ihn in meinem kopf mit warme rstimme "komm mit!" ich zögere. ja klar will ich mit ihm gehen. er will mir etwas zeigen. ich antworte ihm "ja. ja. ich komme." aber nichts passiert. er streckt mir immer noch die hand entgegen, aber ich bewege mich keinen zentimeter. aber ich will doch mit ihm gehen. verwundert kämpfe ich innerlich mit mir. da höre ich wieder seine sanften warmen worte in meinem kopf "lass alles los, was dich noch hält. nicht dein wille entscheidet, ob du mitkommen wirst, sondern dein fallenlassen..." ich lasse meine imaginäre handtasche los, da umschließt seine hand die meine und ich fühle mich emporgehoben. er ist wunderschön - nicht vom ansehen, sondern sein innerstes. ich fühle seine geduld und liebe. wer ist er, an dem ich wie ein schluck wasser hänge und quer durchs universum reise - oder besser: gereist werde.

genau in diesem moment lässt er los - oder habe ich mich mit meinen irdischen gedanken so schwer gemacht, dass ich nicht höher hinaufreisen kann? "führe mich!" denke ich nach dem ersten schreck zu ihm hinauf und wieder höre ich seinen rat in meinem kopf: "du hast selber flügel und kannst fliegen." die ruhe mit der er mir das vermittelt lässt meine angst verschwinden. ich glaube, dass ich flügel habe, denn er kann mich nicht belügen und prompt sind sie da. ich glaube, dass ich fliegen kann, denn er hat es gesagt und schon steige ich zu ihm hinauf. nebeneinander ziehen wir quer durch den raum und die zeit. ich spüre, was er mir vermitteln will: ich soll wieder vertrauen lernen. als ich das begreife, steigen mir die tränen in die augen. ich protestiere und sage ihm, dass ich nicht mehr verletzt werden möchte.

er antwortet nicht, sondern zeigt mir bilder. ich bin winzig klein und tue die ersten schritte meines lebens - meine mutter streckt mir die arme entgegen. sie wird mich auffangen, wenn ich falle.
ich sitze in einer badewanne, um mich herum lauter weiße engel. sie baden mich. ich versuche davonzulaufen. der gedanke, ihnen "ausgeliefert" zu sein, macht mir angst. sie wollen nur nett sein, aber ich bin voller angst. sie sind so liebevoll. niemand hält mich fest und trotzdem möchte ich fliehen. da ist wieder das bild, wie ich laufen lerne. ich begreife was er mir sagen will. doch ist vertrauen nichts, was man per innerem befehl erreichen kann, genauso wenig wie fallenlassen und fliegen. mir geht ein licht auf. allein meine reise hierher war schon eine vertrauensübung.

alles in mir sträubt sich. ich komme mir vor, wie ein wildes tier in gefangenschaft. da sind überall diese weißen wesen. ich bin in einer art kirche oder eher in einem dom. als ich durch die tür hereinkomme, machen sie mir platz, so dass ich durch sie hindurch weiter in die mitte gehen kann, was ich auch tue. von überall her aus ihren reihen spüre ich liebevolle worte. es sind zu viele, um sie auseinanderzuhalten. es geht um vertrauen und liebe ... als ich mich umdrehe ist die schmale gasse verschlossen und meine unterschwellige angst ist sofort wieder wach. ich sehe ihre gesichter. sie sind einfach nur voller liebe. niemand hält mich fest. alle beobachten mich und warten auf ein zeichen. in mir ist aber nur das gehetzte tier. derjenige von ihnen, der die initiative ergreift und mich vorsichtig halten will, lässt mich sofort los, als er die angst in meinem gesicht sieht. er entschuldigt sich nicht, aber er verneigt sich andeutungsweise, als wollte er sagen "schade, aber wir akzeptieren deine entscheidung" dann sind sie alle weg. der ganze dom ist leer. nur ich liege auf dem boden in der mitte und staune die leere an.

nach und nach verschwindet der dom ich kann den raum mit der badewane noch sehen, aber auch er verblasst und langsam kriecht die leere dieses universums bis in mein herz. ich hab die vergrault, die liebevoll zu mir waren. ich vernehme die bekannte stimme in meinem kopf "angst überwindet man, indem man sich ihr stellt" der hat gut reden. ist er noch nie verletzt worden? klar ist er... ich sehe es.

da hilft alles nichts. ich stehe auf und "laufe" los. diese vielen seelen strahlen so viel licht ab, dass man sie nicht verfehlen kann. ich folge ihnen. das ist ganz einfach. ich muss nur glauben, dass ich mich ihnen nähere, schon verringert sich die distanz. kurz bevor ich bei ihnen bin, blocke ich nochmal. ich sehe, dass sie jemanden in ihrer mitte mit ihrer liebevollen energie füllen. langsam gehe ich näher heran. sie stehen in ringförmigen reihen um die person herum. in die äßerste reihe will ich mich mit einordnen, sie öffnen aber ihre reihen und so lande ich in einem der mittleren kreise. rechts und links greift jemand meine hände. sie sind alle so hell strahlend. dagegen seh ich so irdisch feststofflich aus. je nachdem, ob meine angst oder meine zuversicht die oberhand gewinnen, schimmere ich heller - fast wie sie, oder ich werde eher zu einem dunklen fleck in ihrer mitte. ich höre ihn wieder: "die angst zu überwinden ist nur ein kleiner moment der richtigen entscheidung"

ich entscheide mich.

das licht breitet sich in mir, durch mich hindurch und durch alle anderen aus. ich kann jeden einzelnen von ihnen spüren und ich weiß, jeder einzelne von ihnen spürt auch mich. alle konzentrieren sich auf ihre liebvolle arbeit, aber zwischendrin bekomme ich zweimal mitgeteilt, dass sich jemand freut, dass ich dabei bin und mich getraut habe. das ist ein schönes gefühl.

als es vorbei ist und alle gehen, fühe ich mich nicht allein. ich liege auf einem bett aus licht. das einzige, was ich noch von ihnen sehen kann ist eine feder. von einem engelsflügel? egal. ich will sie dem bären zeigen und ich will nach hause.

die frauen singen noch immer, oder schon wieder? jesus' statue ist in goldrotes licht getaucht und als ich meine sachen packe, bemerke ich etwas kaltes auf meiner wange. ich hebe die hand an mein gesicht, es ist eine träne. es ist an der zeit, heimzugehen. in vielerlei hinsicht.

nach oben!