reikimeister


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glaubt ihr an zufälle?

ich glaube daran, dass uns bestimmte knotenpunkte im netzwerk des lebens vorgezeichnet sind. so ähnlich wie in einem adventure-pc-spiel. egal, was man zwischendurch tut, kommt man zwangsläufig zu dem piraten, der die schatzkarte besitzt oder man findet, egal was man während des spiels tut, immer die alte vodoo-priesterin, die in einem halbsatz erklärt, was der nächste schritt zu sein hat. nutzt man diese punkte nicht, wird man immer wieder dorthin zurückgeführt, bis man die entsprechende information annimmt.

seit ich meinen ersten reiki-grad im oktober 2003 erhalten habe, ist mir klar, dass ich auch eines tages den meister/lehrer-grad machen möchte. in der nacht vom 02. zum 03. november 2004 habe ich einen traum. der ist sehr plastisch und real und bewegt mich emotional sehr. ich kann ihn in allen details am morgen noch ins gedächtnis rufen:
ich bin an der see (nord- oder ostsee). dort steht ein stückchen weiter ins land ein haus. ich gehe hinein, weil ich den eindruck habe, dass ich dort gebraucht würde. eine frau ist in dem haus. etwa mein alter, blondes halblanges haar, etwa meine größe. sie dreht sich zu mir um, ich sehe ihre fröhlichen augen. mir schien beim eintreten, sie sei verletzt und ich wollte ihr meine hilfe anbieten, ihr reiki geben oder eben anders helfen, aber sie sagt mir, sie komme schon zurecht, strahlt mich an und umarmt mich herzlich. der eindruck sie sei verletzt ist verschwunden. wir verstehen uns von anfang an, als würden wir uns schon lange kennen. das thema reiki will ich gerne ansprechen, doch es ergibt sich nicht. etwas später sitzen wir nebeneinander auf der couch und ihr fällt an meinem rechten unterschenkel ein riesiger blauer fleck auf, den ich selbst noch gar nicht bemerkt habe. sie legte mir ihre rechte hand darauf und der fleck verblasst zusehends. ich fühle ihre tolle klare energie und frage ganz direkt: "hast du eine reiki-einweihung? zweiter grad oder meister?" anstatt meine frage zu beantworten sagt sie nur "es wurde zeit, dass du kommst!"

na holla!

am nächsten tag logge ich mich ins internet. statt meine e-mails zu checken habe ich plötzlich das dringende bedürfnis, zu ebay zu gehen und dort "reiki meister" einzugeben. ich bekomme fünf seiten mit auktionen. die erste, die ich aufrufe ist ganz nett. ich seh, dass man also tatsächlich im internet fernweihen ersteigern kann und wie das abläuft und so. aber es passiert nichts in mir. die zweite auktion, die ich willkürlich aus der vielzahl herausklicke, zeigt als abbildung den schattenriss einer frau. das kann doch nicht? nee. das ist bestimmt nur irgendeine grafik. was ich kann doch die frau aus dem traum nicht als schattenriss erkenne? was osll das! mein herz klopft trotz aller einwürfe meiner vernunft und ich lese das angebot genauer. versteckt im text ist ein hinweis auf eine homepage, die ich sofort aufrufe. mein atmen stockt und mein herz hüpft noch ein paar mal mehr als eben. von der homepage strahlt mich die frau aus meinem traum an. sie wohnt 40 km von hamburg entfernt. ich bin schlicht und einfach vollkommen perplex.

zehn minuten später schreibe ich ihr ein mail. ich drücke mich vorsichtig aus, um sie nicht zu verschrecken. schließlich ist das schon komisch, wenn aus den tiefen des netzes jemand auftaucht und sagt "TATA da bin ich! du hast auf mich gewartet?"

zwei stunden später finde ich ihre antwort. sie freut sich, dass ich da bin. *lächel* es bleibt wie in meinem traum. wir verstehen uns auf anhieb. spätestens in diesem moment ist mir klar, dass ich die meister-weihe von ihr haben will. so versuchen wir, einen termin zu finden, denn eines wird mir auch ganz schnell nochmal sehr bewusst: als fernweihe will ich das nicht. erstens möchte ich die frau gerne in natura kennenlernen und zweitens ist mir der meister/lehrergrad zu heilig und besonders, um "nur" ein skript zu lesen und dann auf die energie zu warten.

die terminvereinbarung ist gar nicht so einfach. bei uns beiden ist immer abwechselns alles ausgeplant bis weihnachten. es bleibt nur noch der 06.11.2004. übermorgen. ach du je! so schnell? aber das schicksal greift uns unter die arme. meine eltern sagen ohne zögern zu, auf die kinder aufzupassen, ihr mann wird ihre kinder beaufsichtigen und auf einmal ist alles klar. ich bin innerlich ganz ruhig und sicher. ohne jeden zweifel befinde ich mich auf einem meiner schicksalsknotenpunkte und entscheide mich gerade richtig. Nietzsche sagt "Alles Göttliche kommt auf leichten Füßen." das denke ich auch :o) meine meinung ist: gottes wege sind gut beleuchtet. hier ist es wahrlich hell und alles geht ganz einfach.

am 06.11.2004 trete ich in den kühlen morgen. es ist ringsum vollkommen still - unser dorf schläft noch. nur hoch oben am himmel kreist ein falke und schreit seinen jagdruf hinaus in die welt - wenn das nicht romantisch ist?! ich setze mich in die elise. tanken müsste ich mal. so etwa bei 500 km? das würde gut passen. noch ein blick auf die uhr. es ist 6:50 uhr. ich fokussiere mal 10:18 uhr als ankunftszeit.
ich muss nicht groß ausholen, gelle? ich stehe bei genau 500,0 tageskilometern an der tanksäule und bin um 10:12 uhr vor ort, schreibe noch eine SMS und klingele punkt 10:18 uhr bei der frau, die ich vorher allen, die es hören wollten, mit den worten beschrieben hatte "sie könnte meine schwester sein."

als erster begrüßt mich der familienhund billi. der war mir vorher als ein bisschen doof beschrieben worden. würde immer bellen, aber letztlich keinerlei gefahr für leib und seele darstellen. ich kann das nur bestätigen. aber: er bellte GAR NICHT, sondern liebte mich vom ersten augenblick an und wich (aussage von herrchen und frauchen) von seinen üblichen verhaltensmustern ab. den ganzen tag kam er immer wieder an meine seite, ließ sich kraulen und tätscheln und sah mich oft mit so einem tiefen liebevollen blick an.

sabine und ich sind sofort ein herz und eine seele. manchmal lernt man ja im internet jemanden kennen und per mail oder chat ist alles harmonisch und wundervoll. wenn man sich dann aber real gegenübersteht, gestik und mimik hinzukommen und die realität "zuschlägt" ist plötzlich die übereinstimmung weg. doch wir begegnen uns auch im realen leben, als würden wir uns schon lange kennen. da ist eine große vertrautheit, harmonie und ruhe.

übrigens steht in dem "seminarraum" ein etwa 65 cm hoher drache mit einer weißen kugel in der linken kralle und die couch in dem raum ist die aus meinem traum. na sowas ;o) wir nutzen die zeit vor und während des seminares auch, um unsere reiki-erfahrungen auszutauschen. so lernt jeder von jedem etwas. bei einer bestimmten technik bekommt sabine das bild von zwei mädchen, die miteinander am ufer eines flusses spielen. als sie mir davon erzählt, kann ich das bild sofort auch vor meinem inneren auge sehen. wie eine erinnerung. ich frage sie, ob sie auch den großen baum sehen kann und sie sieht ihn tatsächlich - nur von der anderen seite. wir waren wohl in einem vergangenen leben schwestern gewesen. wir tauschten bei unserer übung die rollen und ich rufe das bild der mädchen noch einmal auf. in dem großen baum sehe ich eine riesige weiße gestalt, von der ich den eindruck habe, sie wacht über uns. ich schaue auf den fluss und begreife, dass alle flüsse dieser welt ein netz bilden. sie sind nicht nur wasserstraßen für boote und alles, sondern sie bilden ein verbindungsnetz für die wassergeister und - götter. wenn delphine im süßwasser leben könnten, würden sie uns auf diese weise besuchen und uns beistehen. in dem fluss zeichnet sich etwas ab. eine dunkelblaue gestalt, sie greift nach der kleineren von uns. aber die weiße gestalt aus dem baum beschützt uns. ich finde das sehr komisch und denke mal, dass meine gedankenwelt mir irgendwie einen streich spielt. ich erzähle sabine hinterher meine erlebnisse nur bis zu den delphinen. den gruseligen teil, wo da etwas aus dem wasser nach ihr greift lass ich weg - warum sollte ich sie ängstigen?

die weihe selber war auch sehr speziell und besonders. unsere energien verschmolzen miteinander und ich erlebte uns als ein großes ganzes. eine angenehme wärme hüllte uns ein. dann war es, als würde ich aus meinem körper herausgehoben. ich bewegte mich (meinen geist?) durch den raum und verneigte mich vor der drachenstatue - konnte ja kein zufall sein, dass er hier anwesend war. dann fragte ich meine geistigen führer, ob sie eine botschaft für mich haben und bekam zur antwort: "liebe in frieden." die beiden mädchen am fluss tauchen noch einmal auf. ich sehe mich, wie ich meiner kleinen schwester eine margeritte schenke. sie strahlt mich an. ich fühle die tiefe verbundenheit zwischen uns. komischerweise ist da keine typische geschwisterkonkurrenz. nur eben verbundenheit, liebe und harmonie. na bitte! nix mit wassergeistern, die nach jemandem greifen. wunderbar. mir fällt auf, dass mein linker fuß unter sabines händen irgendwie anders anfühlt als der rechte. dann achte ich wieder mehr auf sabine, die jetzt die letzten schritte des rituals ausführt. es kommt noch einmal unglaublich viel energie durch sie in mich. ich stehe sinnbildlich unter strom. genau erklären kann ich das nicht, was da kommt. ich fühle nur, dass es meinen ganzen körper durchflutet - von den haarwurzeln bis in die zehenspitzen, kann ich jede einzelne faser so klar und deutlich wahrnehmen, wie man ein licht in der dunkelheit sieht. als sabine fertig ist lässt sie mich wie verabredet in ruhe zurückfinden und wartet auf mein zeichen. ich spüre noch dem eben erlebten nach, dann möchte ich zurückkommen ins hier und jetzt, aber meine arme und beine gehorchen mir noch nicht - wie wenn einem hand oder fuß einschlafen. na gut. bleib ich noch ein bisschen weg. vor mir tanzt eine lebensgroße organge-rote gestalt. sie dreht eine pirouette. mit gekreuzten beinen kommt sie vor mir zum stehen, verneigt sich tief mit ausgebreiteten armen und kommt dann auf mich zu, fließt in mich hinein und verbindet sich mit mir. oops. ich schaue der gestalt nach und entdecke sie in meiner mitte - kurz unter dem solarplexus. sie bleibt dort und ich weiß, dass sie nicht vorhat, wieder zu gehen. ich nehme sie als tanzenden funken wahr. lebensenergie? ich bin ein wenig verwundert, aber alles fühlt sich gut und richtig an. ich muss es noch ein-, zweimal versuchen, bevor ich mich wieder koordiniert bewegen kann. als sabine sieht, dass ich wieder "da" bin, kommt sie zu mir und wir fallen uns voller freude in die arme. das hört gar nicht mehr auf. wir können uns gar nicht oft genug gegenseitig sagen, wie schön dieses erlebnis war und uns nochmal und nochmal herzlich umarmen.

auch sabine sah und erlebte bei meiner weihe sehr viel und berichtet mir davon, nachdem ich ihr meine erlebnisse geschildert habe:
hier soll sabine selbst zu wort kommen :o)

später als ich die weihe an sabine üben darf, staune ich, wie leicht es mir fällt, mich auf die weihe zu konzentrieren. schließlich bin ich jetzt der aktive part. ich empfinde eine große wärme und ehrfurcht vor den kräften, die ich kanalisiere. außerdem bin ich natürlich ein wenig angespannt, da ich alles richtig machen und nichts von dem ritual vergessen will. doch alles geht mir total einfach von der hand.
auch hier kann sabine vielleicht lieber selbst berichten :o)
vieles, über das wir im laufe des tages schon gesprochen hatten, ergibt jetzt plötzlich einen tieferen sinn. wow!

es ist wirklich schade, dass der tag so schnell herum ist. wir verabreden, auch weiterhin in kontakt zu bleiben und dann sitze ich um 18:00 uhr wieder in der elise. ich gönne mir noch eine zigarette, bevor ich auf die autobahn fahre. das ist wie ein kleines ritual - runterkommen ... puuh ... was für ein erlebnis! und: wau! mir geht's gut! auf der fahrt durch die nachtdunkle landschaft fallen mir noch ein paar zusammenhänge zu meinen ureigensten verhaltensmustern aus frühester kindheit auf. na fein. erkennen ist ja bekanntlich der erste schritt, um sich davon zu trennen :o)

nach haargenau 333 kilometern, 3 stunden und 3 minuten fahrt bin ich zu hause. müssen die da oben eigentlich immer so dolle mit den zaunpfählen winken? na gut. na gut. manchmal sehen wir das winken ja nicht ;o)

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