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29.10.2008

Ich hab mich von Herrn Fisch getrennt. Um irgendwie mit all meinem Schmerz fertig zu werden bin an den Ort zurückgegangen, wo ich ihn zum ersten Mal gespürt habe.

Ich kann kaum laufen. Einen Fuß vor den nächsten zu setzen ist eine ungeheure Kraftanstrengung. Aber ich will dahin. Ich will auf diese kleine Erhebung da mitten auf dem Feld, wo ich damals die Arme ausgebreitet habe und mich von Sonne und Wind streicheln lassen, als ich seine Existenz, sein Ankommen in meinem Leben das erste Mal gespürt habe. Mein Blick ist verschleiert von Tränen und die Haare, die mir der böige Wind ins Gesicht treibt peitschen meine Haut. Ich halte die Kapuze mit den Händen so gut es geht ins Gesicht gezogen, meine Tränen und die Schiefnase halte ich nicht auf. Wenn ich da jetzt nicht durchgehe, werde ich ewig damit zu kämpfen haben.

Der Schmerz kommt von ganz tief unten aus der Magengegend. Er drückt mich zusammen, dass ich mich beim weiterwanken krümmen möchte, er raubt mir mit seiner Intensität den Atem. Ein Gefühl als würde ich mich auf Magenhöhe gegen die Deichsel eines Pferdefuhrwerks stemmen, um es in Bewegung zu bringen. Ich schaffe es scheinbar irgendwie, denn ich bin inzwischen schon auf dem Feld und die kleine erhabene Insel kommt in mein Gesichtfeld, wenn ich lange genug den Kopf gegen den Wind hebe. Ich bemerke die Haare kaum, die mir jetzt zusätzlich auch noch in die Augen flattern. Die Tränen rollen ja schon, so dass das keine zusätzlichen Tränen machen kann.

Meine Schuhe sinken im weichen gepflügten Boden ein und machen alles noch schwerer. Meine schweren Beine muss ich jetzt bei jedem Schritt nicht nur vorwärts schieben, sondern auch noch anheben. Mir tut die junge Saat leid, die ich jetzt zwangsweise mit den Füßen trete, da es keinen anderen Weg zu dem Hügel gibt. In meinem Kampf gegen Wind, Sand, Kraftlosigkeit und Trauer, erscheinen bruchstückenhaft Bilder von vor genau drei Jahren vor meinem inneren Auge:

Ich trage eine hellblaue, baumwollene Kapuzenjacke und habe einen halben Apfel im Minirucksack. Ich bin zwar erschöpft von den vergangenen Erlebnissen, dennoch voller Zuversicht. Ich drehe mich oben auf der Insel im Kreis, schaue Vögeln nach, die in den Süden ziehen und es ist unglaublich warm für Mitte/Ende Oktober. Da spüre ich etwas in meinem Rücken. Es fühlt sich an, wie ein erfreutes lachendes Rufen und Locken. Ich drehe mich um in Richtung meines Zuhauses stehe ich auf dem kleinen Hügel und fühle dieses helle Gefühl direkt auf mich zukommen, mein Herz berühren und kurz darauf ist es aber auch wieder weg und ich habe das dringende Gefühl, dass ich jetzt nach Hause muss, um zu sehen, wer das war. Als ich nach Hause komme ist da niemand, aber einige Zeit später als Herr Fisch bei mir auftauchte erfuhr ich, dass er Mitte/Ende Oktober auf dem Motorrad durch meine Straße gefahren sei, dort (fast vor meinem Zuhause) angehalten habe und in die Sonne geblinzelt...

Die Tränen sind fürs erste versiegt und ich krame in meinen Jackentaschen nach einem Tempo, wische mir den Schnief von der Nase und stelle fest, dass es leichter geht, desto näher ich meinem Ziel komme. Wind, Sand und Kraft haben sich nicht verändert und trotzdem geht es jetzt leichter. Die Kapuzenjacke, die ich heute trage ist schwarz und Wasser abweisend. Es ist nieselig schon den ganzen Tag, obwohl es hell ist und an manchen Stellen sogar mal die Wolkendecke aufreißt. Am Fuß der kleinen Insel auf dem großen Getreidefeld angekommen, frage ich mich, was ich jetzt tun soll.

Ich gehe langsam ein Stück um die Insel herum und staune, dass in den drei Jahren das grüne saftige Gras so undurchdringlichem Gestrüpp gewichen ist. Das wird nicht leicht werden, dort rauf zu kommen. Ich stapfe am Boden des Hügels etwa zur Hälfte herum, bis ich eine Stelle finde, an der ich zumindest ahnen kann, wie der Grund unter dem Gestrüpp geschaffen ist. Ich klettere ganz hinauf. Oben kann man nicht mehr von einer zur anderen Seite den Hügel überqueren, da in der Mitte ein tiefes Loch klafft und rundherum so hohes Gestrüpp ist, dass man nicht hineintreten könnte. das Fleckchen auf dem ich stehen kann ist sehr klein. Vielleicht 70 x 70 cm. Ich kann mich um mich selbst drehen, ohne umzufallen. Immerhin.

Ich schaue mich um. Keine Vögel heute. Keine Sonne. Nur am anderen Ende des Feldes (ich stelle erstaunt fest, dass ich dor noch nie war, obwohl ich jetzt schon zehn Jahre hier wohne!) über einem kleinen Birkenwäldchen ist die Wolkendecke aufgerissen und taucht die gelben Herbstblätter, die weißen Stämme und den grün-gelb-gesprenkelten Boden in ein gold und rosa Licht.

Es hilft ja alles nichts. Ich muss mich dem jetzt stellen - kaum gedacht, fließen schon wieder die Tränen heiß über meine Wangen. Meine Augen schmerzen schon und meine Kehle brennt... Ich denke mich zu Herrn Fisch. Das funktioniert aber gar nicht, egal was ich versuche. Ich kann nicht zu ihm finden, empfange kein Signal, kann ihn nicht orten, kann noch nicht mal sein Zuhause anpeilen. Es ist, als läge etwas auf dem Boden einer Tonne und ich hätte zu kurze Arme, um es zu erreichen. Also versuche ich etwas anderes. Ich erinnere mich an die Verbindung von damals - heute weiß ich ja, wer an dem anderen Ende stand.

Da ist er. Steht vor mir und lächelt. Also ich denke, er lächelt, denn wenn ich versuche ihn anzusehen verschwimmt er vor meinen Augen. Darum schaue ich nicht wieder hin, sondern fühle nur hinein. Alles ist freundlich. Nett irgendwie. Ich will wissen, wie unsere Verbindung aussieht. Ist sie stabil, leuchtet sie, oder ist sie erloschen oder vertrocknet - wie wird sie wohl sein. Zuerst sehe ich ein paar weiße Fäden, wie Nähgarn, die irgendwo zwischen uns beiden sind. Sie sind nicht gespannt, sondern hängen lose durch. Ein Ende an mir, eines an ihm. Ich will wissen, wie sie beschaffen sind und erwarte Angelsehnen zu spüren, aber stattdessen sind sie so zart wie Spinnweben. Nach dieser einen Handbewegung sind sie weg. Was jetzt noch da ist, ist eine Art goldener Nebel. Ach deswegen kann ich ihn nicht sehen, bzw nur verschwommen!

Da ich hier bin, um mich von ihm zu trennen, muss der Nebel da weg. Wie soll etwas so wenig Greifbares weg zu bekommen sein? Eine Schnur kann man durchreißen. Eine Efeuranke mit dem Schwert zerschneiden... Aber Nebel? Ich wedele mit der Hand zwischen uns herum. Er rührt sich nicht. Der Nebel auch nicht. Ich versuche es mit mehr Wind beim Wedeln. Nichts. Ich puste ein wenig - total albern! Logisch tut sich dadurch auch nichts. Am Ende drehe ich mich um und gehe, da ich nichts tun kann. Seltsamerweise habe ich kein unerledigtes Gefühl dabei und sein höheres Selbst steht noch immer unverändert dort in dem hellen Licht - ein bisschen hellblau und golden für meine Begriffe.

So richtig erfolgreich ar ich ja nun gerade nicht und mein Herz ist nach wie vor extrem schwer. So schwer wie meine Füße vorhin. Die Deichsel des Fuhrwerks stemmt sich immer noch gegen meinen Magen. Der Wind hat ein klein wenig nachgelassen. Ich drehe mich noch einmal um mich selbst, dann klettere ich hinab von der Insel und strebe ohne nachzudenken auf die Birken zu. Das Loch in den Wolken ist ein wenig gewandert, aber noch immer heben sie sich mit ihren gelben Blättern, den weißen Stämmen und dem erstaunlich grünen Boden einladend und warm von der Umgebung ab. Überall streben mit fröhlichem Gezwitscher Feldlerchen vor mir auf. Wo kommen die auf einmal alle her? Ist das zu fassen. Vor ein paar Minuten war um mich herum kein Leben auszumachen, nur pfeifender Wind und jetzt? Vögel. Fröhlich zwitschernde. Im Herbst. Keine paar Meter um mich herum. Erstaunlich.

Als ich näher an das Wäldchen komme entdecke ich Zaunpfähle. Es ist ganz umgeben davon. Ich werde gar nicht zwischen die Bäume treten können, um mich umzusehen. Trotzdem strebe ich weiter und meine Beine scheinen von Schritt zu Schritt leichter zu werden.Auf dem weichen Boden liegen viele kleine Steinchen. Hübsche blass-blau-graue, interessant geformte, aber ich will kein Andenken an heute mit nach Hause nehmen. Als ich den Kopf mal wieder gegen den Wind hebe, sehe ich keinen Maschendraht zwischen den Zaunpfählen. Täusche ich mich? Ein paar Tränen, die Haare im Wind und die Kapuze engen mein Sichtfeld so ein. Ich versuche mich zu konzentrieren. Wirklich. ich sehe keinen Zaun. Selbst als ich auf ein paar Meter heran bin, bin ich verwirrt. Ich fuchtele mit der Hand durch die Luft an der Stelle, wo ein Zaun sein müsste, bevor ich auf das Grün trete.

Es ist halbhohes herbst-dunkelgrünes Schneidegras. Das von der weichen Sorte. Überall liegen gelbe hingekleckste Blätter. Die Bäume stehen in ordentlichen Reihen und Abständen - das hatte ich nicht erwartet. Von meiner vorherigen Perspektive dachte ich, es sei natürlichen Ursprungs. Die Bäume sind noch nicht ausgewachsen, die Stämme haben zwischen 8 und 15 cm Durchmesser und zwischen den Birken stehen noch andere junge Bäume - sie haben helle glatte Rinden, aber im Herbstoutfit kann ich sie nicht bestimmen. Ahorn. Ich werde wohl im Frühjahr nochmal herkommen.

Ich wende mich in Richtung der Baumreihen, um hindruch zu gehen, da stürzt sich ein buntes Ahornblatt aus einem der höheren Baumwipfel direkt vor meine Brust. Ich kann es nicht fangen, obwohl ich instintiv danach greife. Es streift meine linke Schulter und gleitet zu Boden. Ich nehme es drei Schritte mit, bevor mir klar wird, dassnächstes Jahr neue bunte Blätter hier sein werden. So wie Rilke es in "Du musst das Leben nicht verstehen" beschrieben hat. Darum sage ich danke und lasse es da, tauche unter den tieferhängenden Ästen durch, um zur anderen Seite des Wäldchens zu kommen. Ein Lied kommt mir in den Sinn und ich singe: Was müssen das für Bäume sein, wo die großen Elefanten spazieren geh'n, ohne sich zu stoßen.

Bei der letzten Zeile bricht mir die Stimme in Schluchzen. Hört das denn nicht auf? Ich versuche es wieder und wieder, aber es dauert eine Weile, bis ich einmal ganz ohne Stimmbruch durch das Lied komme. Na geht also doch! Zwischen den vielen jungen Bäumen stehen zwei abgestorbene. Von einem bricht ein kleines Ästchen ab, als ich das trockene Holz berühre. Aber der Wald ist mir nicht böse - der amüsiert sich immer noch über mein Singen. Also singe ich weiter. Eine ganz alte Melodie, die ich aus Österreich mitgebracht habe.

Es ist eine kraftvolle Melodie - gerade, als würde sie mich von innen heraus aufrichten. Si klingt traurig, wenn man sie in langsamem Tempo singt und wird fröhlich beschwingt, wenn man einen schnelleren Takt anschlägt. Ich singe und summe mich vom tragischen zum optimistischen Tempo, während ich das Wäldchen verlassen habe und in den Hochwald gelangt bin. Ein großer grüner Bienenwagen steht an der Ostseite des Wäldchens. Ich werde wirklich wieder herkommen. Ich will das hier im Frühjahr/Sommer sehen und hören!

Wieder zu Hause fühle ich mich wie neu belebt. Ich denke nochmal über den Nebel nach und vor meinem geistigen Auge sehe ich, dass er verschwunden ist, als ich einen Schritt von herrn Fisch weg gemacht habe. Logisch! Warum bin ich nicht darauf gekommen. Der Nebel verflüchtigt sich auf freiem Feld schneller als zwischen Bäumen oder in Talsenken. Jetzt ist er also weg. Ich heule mir den Abend über immer wieder Reste Schmerz aus der Magengegend fort und schlafe nachts wie ein Stein vor Erschöpfung. Morgen wird es besser sein, übermorgen noch besser und am Tag danach erst recht ... ach und dann werd ich wohl eines Tages drüber weg sein.

Heute habe ich Musik gehört. Also ich meine, sie kam in mir an - ich bin wieder da. Fühle mich nicht mehr wie durch Watte in der Welt, sondern klar. Müde zwar - denn ich habe die darauffolgenden Nächte fast gar nicht geschlafen - aber immerhin bin ich zurück.

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26.06.2008

Ich hatte einen Unfall. Mein Leben von Hundert auf Null in weniger als einer Sekunde. Schock! Das Reh stirbt in meinen Armen trotz Reiki und trotz HP-Wissen. Und: ich bin schuld. Zwei Tage später meditiere ich das erste Mal seit langer Zeit.

Ich schaue nach Herrn Fisch. Er schwimmt noch im Wasser, wo ich ihn zuletzt sah. Aber er hört mich nicht, wie ich am Wasser auf und ab laufe. Machmal schaut er hoch und freut sich mich zu sehen, dann ist er wieder mit sich selbs in seiner eigenen Welt beschäftigt. Die Welt, in der ich nie ganz zu Hause sein kann. Ich kann meine Drachenkrallen ins Wasser baumeln lassen oder eine Stunde mit ihm schwimmen, aber nicht dort leben.

Plötzlich bin ich wütend. Wütend, weil ich hier an Land ohne ihn bin und alles probiert habe, aber nicht so sein kann wie er. Vor meinen Augen wird er zum Fischotter und ich staune, dass er sich so entwickeln kann. Er ist sehr possierlich und ich habe meine Freude, ihm zuzusehen. Aber Freude am Zusehen reicht mir nicht. Ob er mitkommt? Er willigt ein. Ich nehme ihn vorsichtig zwischen meine Krallen und schwinge mich sanft in die Höhe, halte ihn so, dass er schauen kann. Aber es ist nicht sein Element, die Luft. Vor meinen Augen zerfließt der Fischotter ins Nichts. Ich bin allein und schlage meine Krallen tief in die Erde, an der Stelle, wo eben noch Herr Fisch als Otter war.

Ich schreie einen wütenden Drachenschrei. Es donnert kraftvoll aus meiner Kehle. Jetzt erst bemerke ich, wie sehr ich Drachin bin. Neue Eigenschaften sind hinzugekommen. Ich bin mutiger, stärker, selbstbewusster, kraftvoller. Mein Atem geht tiefer und mein Körper ist gesünder, straffer, muskulöser von terracotta/oranger Farbe. Mein Sein ist ruhiger, kennt seine Instinkte, kann sein Wissen anwenden. Ich bin ein sehr schönes Geschöpf. Herrlich anzuschauen. Und: Ich BIN ein Drache. Ich borge nicht mehr Existenzen oder Flugkünste und anderes - all das liegt jetzt IN mir selbst.

Verzweifelt bin ich trotzdem. Oder gerade deswegen. Ich trage so vieles in mir und kann es nicht rauslassen, ohne Gefahr für andere. Der Otter kann beim fliegen abstürzen und sich nicht selber retten oder mein Schrei verletzt seine Ohren oder meine Krallen seinen Körper. Allein wennich so sein will wie es meine Natur ist, ist er in Gefahr. Was hast das für eine Zukunft? Ich immer schaumgebremst, gar nicht ich selbst und er? Immer in ständiger Angst, dass ich mich doch einmal vergessen oder gehen lassen könnte.

Ich versuche mich an einen Traum von vor ein paar Tagen zu erinnern. Vor mir steht aus dem Nichts ein türkisblauer Drache. Ich schaue ihn an und kann durch seine Augen hindurch mich selbst erkennen. Meine begonnene Bewegung auf ihn zu, setzt er fort. Das Beugen seines Halses findet sein Pendant in mir. Wir steigen in einer Art Tanz hoch in die Lüfte. Ich bin ich selbst und doch ist der andere wie mein zweiter Körper - als schaute ich in einen Spiegel und säh emich selbst. Das tut so gut, dass es schmerzt. Ich beginne einen Gedanken und erkenne sofort die Reaktion darauf in meinem Gegenüber. Er startet mit einer Bewegung und da ich schon instinktiv weiß, wohin sie führen soll, führe ich sie gemeinsam mit ihm zu Ende oder ihm entgegen... All mein Denken, Fühlen und Handeln finde ich hier wieder in einem ebenso schönen Geschöpf, wie ich selbst eines bin. Es ist berauschend und ich gebe mich ganz hinein in diese Leichtigkeit und das Selbstverstädnis.

Aber ist das nicht zu eng? Jemand, der einem so ähnelt, dass nur die Farbe unterschiedlich zu sein scheint? Ich versuche, mich zu lösen und das ist gar nicht so einfach. Als wollte mein Körper nicht weg - nur mein Geist. Ich schaffe es dann doch. Fliege einfach drauf los, flach über die dunklen Nadelwälder und spüre, dass der andere in einiger Entfernung in dieselbe Richtung fliegt, auf das selbe (mir doch unbekannte!) Ziel zu. Erstaunlich. So ist es also, wenn man die gleichen Ziele hat. Fühlt sich gar nicht so schlecht an. Sein Name ist Kansuuk.

Ich teste ihn. Er hält alles aus, mein Feuer, meine Krallen, meinen Flügelschlag, mein wildes und mein sanftes Gebahren. Meine Wut, meine Trauer, meinen Leichtsinn und meinen Argwohn. Er fühlt mich und ich ihn wie jeder sich selbst...

Ich wünschte, der Fischotter könnte so sein. Vielleicht kann er das ja auch und ich müsste ihn nur fragen, darum bitten? Zwei Tage später frage ich Herrn Fisch tatsächlich, was er für ein Tier ist, wenn er die Augen schließt und alles sein kann, was er sein will. Seine Antwort (haltet Euch fest!): "Seit ich mich erinnern kann bin ich ein Vogel. Ein sehr großer. Ein Adler vielleicht."

Am selben Tag etwas später fällt mir Kansuuk wieder ein. Und plötzlich macht er mir Angst. Unangenehme Gefühle, als würde ich zerdrückt, eingenommen und nicht wieder losgelassen. Ich sollte unbedingt einmal in mich horchen, was gut daran ist, sehr verschieden zu sein, in verschiedenen Welten zu leben und nur beschränkte Zeit miteinander verbringen zu können, statt wie EINS zu sein ... Angst habe ich bei Herrn Fisch nie. Es fehlt mir nur einfach etwas - kann ich eventuell auch ohne dies auskommen? Und wenn Herr Fisch doch sogar ein Adler sein kann - ist das nicht schon ein Stück näher am Drachen? Sie teilen zumindest das heimische Element miteinander. Aber mein Feuer und meine Krallen können ihn immer noch zerstören. Trotzdem sind wir uns als zwei fliegende Geschöpfe schon viel näher ... So viele Gedanken!

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02.08.2006

schon seit tagen sehe und spüre ich so so viel und lerne nacht für nacht, wer ich bin, warum ich bin, wo ich bin. eine so präzise standortbestimmung gab's noch nie.

heute nacht kam der erste. sie waren noch nie hier. bisher war ich bei ihnen. heute kam der erste hier an. er ist dunkelblau und golden und ich bin von so tiefer freude erfüllt, dass mir die tränen schon beim bloßen aufschreiben wieder in die augen steigen. in den letzten nächten schon begriff ich soviel. ich verstand, dass in mir nicht nur aritina jelana steckt, sondern noch etwas anderes, was mir schwer greifbar scheint. man sagt mir manchmal nach, ich käme von einem anderen stern, lebe in einem paralleluniversum oder einer zeitschleife. recht hattet ihr.

der, der angekommen ist, ist soetwas wie mein bruder oder onkel. solche verwandschaftsverhältnisse wie wir kennen sie nicht. die begriffe, die ich benutze sind also nur umschreibungen für die verbundenheit, die ich empfinde. er kommt zu mir, so nah, dass ich ihn mit ausgestreckter hand berühren könnte. dort bleibt er und begrüßt mich. es ist wie ein einspüren. ich muss nicht sagen, wie es mir geht, was ich in letzter zeit erlebt habe oder dass ich ihn vermisst habe - er spürt es und ich darf fühlen, dass er sich freut, mich zu sehen, dass er die ganze zeit gedanklich in meiner nähe war und er stolz ist, mich zu kennen.

das verstehe ich im kopf nicht, was es da stolz zu sein gibt. ich liege im bett, es ist stockfinster und ich heule vor glück, weil ich ihn spüren kann. ich bin ein kleines menschlein, das mit drachen komuniziert und -wie hildegard von bingen es so schön formulierte- sehe "gesichte", welche sich scheinbar bewahrheiten oder eine metapher der wirklichkeit darstellen. warum also ist er stolz?

er sagt, die anderen kommen auch und ich sehe in seinen gedanken, wie viele er meint. erstaunt frage ich mich, warum die alle kommen und er zeigt mir, dass sie wegen mir kommen. sie freuen sich für mich und wollen dabei sein, wenn ich den nächsten schritt gehe. ich bin verlegen aber noch mehr bin ich etwas anderes: glücklich! ich werde sie sehen. alle. auch meine eltern und in dem moment, wo ich dies begreife schießen mir wieder tränen in die augen. er zeigt mir das tor, durch das er gekommen ist. zwischen ganz dunklen tannen ist ein kreisrunder nebel. da kam er hindurch. bis samstagabend ist es offen und so können sie alle bis nach der familienaufstellung bei mir sein. es ist ihnen wichtig, mich bei diesem schritt zu begleiten. und warum ist dieser so wichtig? ich hab schon viele entscheidungen allein getroffen...

er zeigt mir als antwort darauf, mein bisheriges leben als eine art zeitstrahl. der tag meiner geburt, der orkan, der ungestüm die fenster des kreisssaals aufbrach. er zeigt mir aritina jelana, wie sie die drei elemente licht, liebe und luft in mir vereint. ich sehe meine menschen-eltern und wie unsere drei seelen "sich einigen"  wie soll ich das erklären? bevor ein mensch geboren wird, sucht sich das höhere selbst/die seele ihre eltern aus. oft sind es in den verschiedenen inkarnationen eines menschen immer wieder dieselben seelenfamilien, die sich zusammenfinden und gemein an ihren aufgaben wachsen wollen. zum zeitpunkt der zeugung geht wie ein strahl aus reinem hellen licht die energie der seele in den entsehenden kleinen körper über. ein wenig davon kann man in "neun schritte ins leben" nachlesen. besser erzählt ist es aber in "celestine")

dann kommt entlang meines lebensstrahls eine abfolge schlimmer und (leider viel seltener) schöner erlebnisse in den folgenden jahren bis heute. er zeigt mir meine ausgeprägte neigung, aritinas absolute liebe und den ungebrochenen glauben an das gute im leben. er zeigt mir, dass ich genau deswegen immer wieder enttäuscht wurde, weil diese eigenschaft ausgenutzt wurde. ich sehe aber auch, dass ich das so wollte, um in einer art 33-jährigem crash-kurs alles über das "menschsein" zu lernen. wozu so ein crashkurs? er zeigt mir, was danach kommt: ich sehe drachen, ich sehe mich, wie in mir nicht nur die seele aritina jelana, sondern auch die eines drachen vorhanden ist. durch die ballung meiner erlebnisse und erfahrungen kann ich nicht nur auf die erfahrungen eines menschenlebens, sondern auf die vielfalt und weisheit der drachen und deren uraltes wissen zurückgreifen. meine bisherigen verhaltensmuster darf ich aufgeben, denn jetzt kommen drachenjahre, in denen meine beiden seelen sich ihrer eigentlichen aufgabe widmen werden.

der schöne dunkelblau-goldene drache ist früher als die anderen hergekommen, um mir dies alles zu zeigen, mir vieles zu erklären, meine fragen zu beantworten und das tut er ganz und gar wertfrei. ich sehe mein leben von außen - dabei erkennt man zusammenhänge, die einem aus der üblichen perspektive vollkommen verborgen bleiben. wie bei einem puzzle auf das man zu lange gestarrt hat. ein kleines teil taucht auf, wie aus dem nichts und plötzlich ist nicht nur klar, wohin das kommt sondern auch wohin deshalb die anderen teile gehören, für die man so lange nach einem passenden fleckchen gesucht hat... so fühle ich mich jetzt. ich komme in meinem puzzle plötzlich und unerwartet meilenweit voran.

so viel input! er ist ganz ruhig und ich strecke im dunklen meine hand nach ihm aus. während sich mein puls langsam normalisiert, verbinden sich die vielen neuen informationen mit den vorhandenen. die familienaufstellung wird ein wichtiger knack- und wendepunkt für mein leben. jetzt sehe ich es und kann verstehen, dass sie alle dabei sein wollen.

herauszufinden, wie es beruflich weiter geht und welcher der vielen wege meiner ist, hab ich mich ja echt schwer getan. jetzt wo ich es weiß, fügen sich die dinge neu zusammen. heilpraktiker werden. jetzt kann es losgehen. aus dem denken, dass ich das tun sollte ist ein verstehen geworden. Deshalb also bin ich in London Florence Nightingale begegnet! Ich bekomme immer noch eine Gänsehaut, wenn ich dran denke.

Der große dunkelblaue Drache begleitet mich von nun an wo immer ich bin und an ihn denke. Seine Präsenz ist sehr tröstlich für mich. Sie beruhigt und ermutigt mich. Ich bin nicht mehr allein hier in der Menschenwelt und es ist jetzt plötzlich völlig okay, dass ich manches hier nicht verstehe, mich vieles verletzt oder erschüttert, was anderen Menschen gar nichts ausmacht. Ich bin so anders, weil ich nicht nur Mensch bin. Danke! Danke, dass ich es jetzt verstehen kann und sich die Verzweiflung über mein Anders-Sein nun verabschieden kann.

Am Tag unserer Abreise gehe ich hoch auf die Wiese zum Nebel-Tor. Ich spüre sie. Jetzt in diesem Moment sind sie da. Mehr als meine Familie. Eher MEIN VOLK. Der Größte unter ihnen ist mein Drachenvater. Er ist goldbraun und wirklich majestätisch anzuschauen. Warme Augen, starke, mächtige Pranken. Alle anderes haben den größten Respekt vor ihm. Sie treten beiseite als er auf mich zukommt. Neben ihm steht meine Smaragdgrüne Drachen-Mutter. Sie strahlt große Ruhe und Souveränität aus. Die beiden nebeneinander zu sehen hat eine ganz besondere Wirkung auf mich.

Was mir schwer fällt, ist zu verstehen, dass ich mehr als zwei Eltern habe. Dass die, zu denen ich mich so sehr hingezogen fühle, weil ich sie viel besser verstehen kann mich ja 33 Jahre hier allein - mich also irgendwie im Stich gelassen haben. Und die Menscheneltern, die es immer gut mit mir meinten so beschränkt in ihren menschlichen Möglichkeiten waren, dass sie mir oft weh getan haben, ohne es anders zu können. Auch wenn ich jetzt erkennen kann, dass ich selbst all diese Erfahrungen machen wollte und der Trennung von meinen Drachen zugestimmt habe. Meine Seele selbst hat das Experiment gewollt, halb Mensch, halb Drache in sich zu vereinen, um viel zu lernen und später auch zu lehren...

Ich kann nicht gaz erfssen, welches Ziel das Experiment hat. Aber ich spüre, dass ich bis hier her alles gut gemeistert habe. Dass sie alle an mich glauben und jederzeit bei mir waren und sein werden. "Wie soll das gehen, wenn das Tor sich heute wieder schließt?" frage ich gedanklich und schon schießen mir Tränen in die Augen. Das Tor sollte nur bis heute offen sein und ich bin zutiefst bestürtzt und traurig, dass mich meine Drachen wieder verlassen wollen. "Ich will mit Euch gehen! Kann ich nicht mit Euch gehen?!" Meine Gedanken sind Hilfe-Schreie.

Das erste Mal in meinem Leben bin ich gut aufgehoben, angekommen unter meinesgleichen und jetzt soll ich das wieder hergeben? Ich hatte es doch nur für ein paar Minuten hier oben auf der Wiese. Wie soll ich morgen noch darauf Vertrauen, dass sie da sind? Dass ich nicht gesponnen habe. Ich nicht verrückt bin und mir das Geborgenheitsgefühl nur gewünscht habe, alles nur ein schöner Traum war?!

Die Antwort kommt in klaren Wort- Gedanken von meinem Vater und einem gütigen warmen Gefühl von meiner Mutter: Sie waren immer da und werden es immer sein. Tor hin oder her. Es macht keinen Unterschied. Immer wenn ich das Menschsein ein wenig abschütteln kann, werde ich sie spüren können. Und sicher will ich doch heute noch nicht sterben, sondern meine Mission erfüllen, denn mit ihnen zu gehen hieße, den Menschenkörper zu verlassen und mein gegebenes Versprechen zu brechen. Der große blaue Drache wird länger hier bleiben und dann durch ein anderes Tor zurückkehren, so werde ich mich nicht gleich wieder ganz allein fühlen, denn die große Trauer und Bestürzung in mir können sie sehr deutlich spüren. Ich solle aber keine Angst haben, da bereits alles im Fluss ist und auf dem richtigen Weg.

Mein Vater winkt mich näher heran und ich gehe auf ihn zu, lege meine Hände um seinen Hals und mein Herz an seins (Allein beim Schreiben kommen wir schon wieder die Tränen.) Ich spüre seine Liebe und Zuversicht, sein Vertrauen in mich und dann lässt er mich wissen, dass ich ab heute etwas Neues hätte: Flügel. Sie sind schneeweiß. Es wäre an der Zeit, dass ich sie nutzen lerne. Ich spüre sie zwischen meinen Schultern. Leicht aber kraftvoll, fast durchscheineind strahlend weiß, als hätten sie Sonnenlicht in sich eingefangen. Ich bedanke mich mit einer langsamen tiefen Verneigung. Es ist ein großes Geschenk für einen Menschen und ich bin sehr stolz.

bevor die Trauer wieder überhand nimmt, schicken sie mich los, meinen Weg zu gehen. Den Kopf aufrecht zu tragen und an mich, sie und die Mission zu glauben. Schweren Herzens und dennoch stolz ziehe ich mich langsam zurück. Ganz tief aus meinem Herzen kommt eine Melodie. Ich summe die tiefen nie gehörten Töne. Sie entstehen in der Magengegend und mein Herz verstärkt sie so, dass sie meine Stimmbänder bewegen. So habe ich noch nie gesungen.

Auf der Heimfahrt ist der dunkelblaue immer bei mir. Er weicht keinen Schritt von meiner Seite. Egal ob wir auf der Autobahn fahren, Rast machen oder die kleine Lilli versorgen. Immer ist er präsent und ich entspanne mich zusehends. Wenn ich auf dem Beifahrersitz die Augen schließe kann ich ihn sehen. Ich bewege meine Flügel ein wenig. Probiere sie aus. Bisher konnt eich zwar in der Drachenwelt mit Recens fliegen oder mich gedanklich von Ort zu Ort bewegen, aber jetzt ist es anders.

Ich BIN . Aus eigener Kraft.

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03.08.2005

ich möchte zu gerne wissen, wer der bär ist.

schon bin ich bei ihm im wald. wir laufen nebeneinander her. er geht rechts von mir auf allen vieren, wie es sich für einen bären gehört. meine rechte ruht tief im fell seines rückens. er ist mir so vertraut. ich schwächle ein wenig, als wäre ich noch immer verausgabt. an einem kleinen bach erfrische ich mich mit dem klaren wasser. sofort spüre ich kraft und stärke und sinniere, dass wasser symbolisch für gefühle steht. die füße fest auf dem boden (wofür steht die erde? kraft und stärke meines erachtens)

der bär geht auf die hinterbeine. er hat irgendetwas bemerkt. wenn er sich aufrichtet ist er gut einen meter größer als ich. mit ausgetreckten armen komme ich gerade bis an sein "kinn" hinter mir höre ich, wie jemand voller angst von dem bären spricht und auch die frage äußert, was die zierliche frau bei ihm will und ob sie nicht nur seine nächste mahlzeit ist. ich drehe mich um und sehe niemanden, wende mich wieder dem bären zu. ja er ist schon sehr mächtig, aber eine drachenkriegerin sollte doch...

als ich an mir runterschaue, bemerke ich, dass ich nicht mehr die gewohnte kräftige statur habe. zuerst bemerke ich es an meinen armen. sie sind so schlank, dann schaue ich mich genauer an: insgesamt trifft es wirklich nur der begriff "zierlich". auch die rüstung ist jetzt keine mehr, sondern nur noch kleidung - ein rock, um genau zu sein. nanu! erklären kann ich das (noch) nicht. ich trete einen schritt näher an den bären und berühre schon mit der wange sein warmes brustfell. er zieht mich mit einer pfote näher an sich, dann lässt er sich auf alle viere nieder. fest in sein fell gekrallt komme ich mir wirklich vor, wie ein affenbaby. das passt mir nicht so ganz zumal ich jetzt so winzig neben ihm scheine. fehlt nur noch, dass er lostrottet. tut er aber nicht. er senkt den kopf zwischen seine vorderpfoten, um nach mir zu schauen und ich klettere unter ihm hervor, streichle das fell zwischen seinen ohren und sage ihm "ich liebe dich". in seinen augen glitzert es. ich könnte schwören, dass sie für einen moment raubvogelaugen waren.

ich verstehe und lächle. nur reden können wir immer noch nicht miteinander. so wie ich das denke, kommt mir die idee, dass er eine bärin verstehen würde. kaum zu ende gedacht, erlebe ich, wie ich zur bärin werde. kein bär! ich bin eine bärin ganz klar weiblich und wieder ein gutes stück kleiner als er. mein bewusstsein füllt sich sofort mit einer menge "wissen" (diese art von wissen ist eher instinktiv - es besteht nicht aus gedanken, sondern aus dem gespür dafür, wie die dinge in diesem speziellen zusamenhang hier richtig sind) über bären. als erstes bemerke ich einen riesigen beschützerinstinkt / mütterlichkeit. alles für die kleinen! das weiblich empfangende prinzip ruht in mir. obwohl ich ein raubtier bin und auch aggressivität und angrifslust (maskulines prinzip) in mir spüre, ist meine ausrichtung weiblich. das fühlt sich sehr gut und harmonisch an.

sowie ich ihm gleich bin, kommt er anders auf mich zu. bisher ging er einfach nur neben mir her, jetzt aber beschnuppert er mich, beißt mich kurz hinterm ohr in den nacken. einen moment möchte ich mich instinktiv in eine untergeordnete postion zu boden werfen, aber das tue ich nach einer kurzen überlegung dann doch nicht. wozu bin ich eine bärin, wenn ich mich benehme wie ein häschen?! ich tatze ihn spielerisch (so ein bär hat eine menge kraft im leib), woraufhin er um mich herumtappt und seine nase in mein fell bohrt. ich tatze nochmal nach ihm und laufe dann ein paar schritte davon. er folgt mir. bleibt stehen, wenn ich stehen bleibe und wenn er mir zu nahe kommt laufe ich wieder ein stück davon. dabei rennen wir schulter an schulter. er lässt mir einen halben schritt vorsprung.

ich staune, mit welcher kraft so ein bärenkörper bewegt werden muss, wie fell und muskeln in bewegung geraten. wenn ich laufe schaue ich mich nach ihm um und sehe nicht nur wie "mein" bär mit mir unterwegs ist, sondern auch die kraft, die dahinter steckt und das bärenbewusstsein, welches ihn trägt. ich will ihm etwas zurufen und ein "fürchterliches" donnern löst sich aus meiner kehle. ich kann bärisch *lach* hatte ich vergessen, dass das anders klingen muss. das ist aber noch seltsam, dass mein denken wie bisher funktioniert, aber alles durch eine bärenschablone zu meiner umwelt gelant. ich sehe aus we einer, ich bewege mich wie einer und wen ich spreche ist es auch ein bär, der sich nach außen zeigt. wo ist der drache geblieben? im selben moment wie dieser gedanke auftaucht, spüre ich mehr, als ich es höre den ruf eines adlers.

das kann nur heißen, dass alle dinge, die schon immer in uns waren uns nie verlassen. es gibt also auch noch den drachen und den adler, aber jetzt sind es die eigenschaften des bären, die vorrangig sind? was verkörpert ein bär? das bild des gutmütigen knuddeltiers ist es nun gerade nicht, was sich mir aufdrängt. ähnlich gefühlt hab ich mich mal als nachtvogel. ich wusste plötzlich wie es sich anfühlt, im innersten einer zu sein und nicht nur ihn von außen zu beobachten...

das muss alles noch ein wenig sacken. als der bär das erste mal auftauchte, hätte ich mich nie getraut, meine vermutung laut auszusprechen und nun? liegt klar auf der hand, oder? was aber auch noch spannend ist: der fremde krieger, der nachtvogel, der adler, der bär - meines erachtens gehören sie alle zusammen. und: je nachdem, was ich selber gerade bin, tauchen sie als meine zuküftige entsprechung auf. *lach* zu kompliziert? macht nix.

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